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Wer kennt das nicht: Eine wichtige Behördenangelegenheit, die dringend erledigt werden muss. Welches Amt  ist eigentlich zuständig? Wo ist nochmal das Rathaus, wann sind die Öffnungszeiten? Gerade im Arbeitsalltag kann der Gang zur Behörde zu einer Belastung werden, die man gerne bis zur letzten Minute vor sich herschiebt. Es stellt sich unweigerlich die Frage, warum es gerade für diese alltäglichen Verfahrensgänge bisher keine adäquaten technischen Lösungen gibt, um dergleichen über das Internet abzuwickeln. Eigentlich kann mittlerweile nahezu jeder Vorgang im digitalen Raum durchgeführt werden. Vom Online-Banking über den Besuch von Internetkaufhäusern bis hin zur Partnersuche bewegen wir uns im Cyberspace wie in einer Parallelwelt, die uns die gleichen Möglichkeiten zu bieten scheint. Doch leider müssen wir häufig feststellen, dass das Internet zahlreiche Lücken in Sachen Rechtssicherheit aufweist. Insbesondere das Standardmedium Email hat sich in den vergangenen Jahren als ein Schwachpunkt rechtsverbindlicher Kommunikation erwiesen.

Um an dieser Stelle Abhilfe zu schaffen, wurde vom Bundeskabinett am 4.2.2009 ein Entwurf zur Regelung von Bürgerportalen beschlossen. Das Bürgerportal soll Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität im digitalen Rechtsraum bieten. Hierzu wird ein verschlüsselter Kommunikationskanal geschaffen, der die sichere Zustellung einer Nachricht zum korrekten Adressaten ohne Eingriffsmöglichkeiten Dritter gewährleisten soll. Ein zertifizierter Diensteanbieter soll entsprechende Basisdienste bereitstellen, die vom Nutzer bezogen werden können, sobald er sich ordnungsgemäß registriert hat. Eine solche Identitätsfeststellung ist grundlegende Voraussetzung für die Eröffnung eines Bürgerportalkontos: Der Kunde muss einige personenbezogene Daten bei seiner Erstregistrierung gegenüber dem Diensteanbieter offenlegen und diese anhand eines amtlichen Ausweises oder eines elektronischen Personalausweises bestätigen lassen. Die Identitätsinformationen und Metaangaben müssen beim  Anbieter hinterlegt werden. Klingt wieder nach einem umständlichen Behördengang, könnte aber durchaus  effizienter sein als sonst. Denn die Möglichkeiten, die dem Nutzer des Bürgerportals zur Verfügung gestellt werden, versprechen einiges: Neben einer  sicheren  Anmeldung  werden ein Postfach- und Versanddienst, sowie ein zuverlässiger Speicherplatz für wichtige Dokumente bereitgestellt. Daneben sollen Identitätsbestätigungs- und Verzeichnisdienste angeboten werden. Lässt sich der Bürger auf die neue Infrastruktur ein,  kann er sich voraussichtlich zukünftig den Gang zur Behörde sparen.

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