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Ein „Datendieb-Jäger“ dürfte sich dieser Tage in Deutschland nicht über mangelde Aufträge beklagen. Denn Daten gehen derzeit viele verloren. An wen wendet sich dann der betroffene Bürger? In Betracht kommen die Strafverfolgungsbehörden, der meist überlastete Landesdatenschutzbeauftragte oder Verbraucherschutzzentralen. Schnelle Hilfe Fehlanzeige. Die Amerikaner haben jedoch daraus einen Markt für diverse Dienstleistungen gemacht. Unter dem Stichwort Identitätsdiebstahl finden zahlreiche Produkte wie das „Identity Theft Prevention and Survival Kit“ mit vorgefertigten Anwaltsbriefen (um Anwaltsgebühren zu sparen..), Tipps und Notfallanleitungen, wenn erstmal der „Datendieb“ im Namen des Opfers aktiv geworden ist.

Der US-Dienstleister Debix bietet ein Netzwerk in Zusammenarbeit mit Banken und Kreditgebern an, das ermöglicht, dass dem Debix Kunden unverzüglich eine Mitteilung zugeht, wenn ein Dritter versucht, ein Konto oder eine Kreditkarte im Namen eines anderen  einzurichten. Der Debix Kunde wird über einen Anruf über den möglichen Identitätsdiebstahl informiert und zur Authorisierung mittels PIN Code aufgefordert. Wird die Authorisierung verweigert, unterbindet Debix weitere Schritte des Datendiebes. Nach eigenen Angaben hat Debix seinen Kunden, Privaten oder Unternehmen, damit $11,025,000 an Schäden erspart.  Auch wenn ein Angriff durch Idenitätsdiebstahl gerade andauert, ist Debix zur Stelle. Diese Dienstleistungen wurden bereits als Entschädigung vom US-Bundesstaat Ohio für die betroffenen Bürger in Anspruch genommen. Als nach einem Verlust von über einer Million Datensätzen, bot der Bundesstaat 2007 den Opfern an, kostenlos bei Debix Kunde zu werden für die Dauer eines Jahres. 60,000 Personen sind diesem Aufruf gefolgt, was Ohio ca. eine Million Dollar gekostet hat. In einem ähnlichen Fall sind 100,000 Sozialversicherungsnummern im US-Bundesstaat Connecticut abhanden gekommen. Diese Nummer hat in den U.S.A. den Stellenwert eines Personalausweises und ist damit Tür und Tor für Identitätsdiebstahl und Betrugsfälle.

Auch in Deutschland wären Dienstleister wie Debix denkbar. Ein Geschäftsmodell, über das versierte Datenschutzrechtler nachdenken könnten. Bisher ist der Markt hier noch recht dünn besiedelt.

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