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Der Betreiber des „World of Warcraft“-Forums, Blizzard, will erzwingen, dass die User des bekannten Online-Rollenspiels ihre Forenbeiträge künftig nicht mehr unter den von ihnen gewählten Nicknames, sondern vielmehr unter Verwendung ihrer tatsächlichen Namen verfassen müssen. Wenn der „für Online-Unterhaltungen typische Schleier der Anonymität entfernt“ werde, könne dies „zu einer besseren Umgebung in den Foren führen, konstruktive Unterhaltungen fördern“, so ein Blizzard-Mitarbeiter. Durchsetzen lässt sich die geplante Klarnamenpflicht dabei leicht, da dem Unternehmen die Namen und Adressen der Spieler aus den Zahlungsinformationen, die jeder Abonennt hinterlegt, bekannt sind.

Nicht nur von den Warcraft-Spielern, sondern auch in der Presse wird das Vorhaben Blizzards aufgrund der damit einhergehenden Preisgabe personenbezogener Daten stark kritisiert. Auf www.spiegel.de wird – in Anlehnung an Mark Zuckerbergs Idealvorstellung, dass jeder preisgeben soll, wer er wirklich ist – insoweit von einer „Facebook-isierung“ gesprochen. In der Tat dürfte den Plänen Blizzards nicht nur der Wunsch nach zivilisierteren Forendiskussionen zugrunde liegen, sondern – wie dies auch bei Facebook der Fall ist – vielmehr das Ziel, noch mehr über seine Kunden zu erfahren, um so Marketing und Produktplanung zu erleichtern.

Scharen von „World of Warcraft“-Spielern drohen bereits, unter den neuen Bedingungen keinen einzigen Forenbeitrag mehr zu verfassen. Meist steckt dahinter die Sorge, mittels Suchmaschinenanfrage blitzschnell als Online-Rollenspieler identifiziert zu werden, was in einer Zeit, in der dieses Hobby unter anderem mit Sucht, sozialer Isolation und Weltferne assoziiert wird, durchaus mit Nachteilen verbunden sein kann.

Quelle: www.spiegel.de

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