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RFID steht für Radio Frequency Identification. Klingt gut und sollte ursprünglich den Strichcode auf Produkten ersetzten. Natürlich ergeben sich viele weitere Anwendungsfelder, als das reine Substituieren von Strichcodes. Das Identifizieren funktioniert berührungslos über elektromagnetische-Wellen.
RFID ist keine Zukunftsmusik, es hat sich längst in unser Leben integriert. Beispielsweise sind Kantinenkarten, Karten zum elektronischen Öffnen von Türen in Unternehmen oder auch Frachtcontainer und Paletten sind häufig mit den Funkchips ausgestattet.

Bedenken zum Datenschutz kommen da auf, wo es um persönliche Daten geht, aber auch bei Daten, die abgesichert, also nicht verändert oder kopiert werden dürfen.
In jüngster Vergangenheit gab es wegen eines technischen Problems mit der RFID-Technik eine Panne im öffentlichen Nahverkehr im Großraum London. Und auch Sicherheitslücken im Verschlüsslungsverfahren CRYPTO1 des RFID Herstellers NXP (früher MiFare) sind bekannt geworden. Die Reaktion des Herstellers einen wissenschaftlichen Beitrag über die Sicherheitslücke gerichtlich unterbinden lassen zu wollen, trug nicht dazu bei, Sicherheitsbedenken auszuräumen. Andererseits muss auch bedacht werden, dass Verschlüsslungsverfahren sehr komplex und fehleranfällig sind. Als Beispiel sei die Sicherheitslücke bei der WEP Verschlüsslung genannt. WEP wird immer noch sehr häufig zur Absicherung von W-LANS benutzt.
Weiterhin ist bei den Verschlüsslungsverfahren ein Trend von rein symmetrischen Verschlüsslungsverfahren, hin zu asymmetrischen bzw. hybriden Verfahren (ähnlich wie SSL im Internet) zu beobachten. Bislang war asymmetrische Verschlüsslung nicht möglich, da RFID-Chips schlicht zu langsam waren um die komplexen Rechenoperationen bei asymmetrischer Verschlüsslung zu bewerkstelligen. Die RFID Sparte von Siemens setzt dabei auf verdrahtete Schaltungen anstatt auf Mikroprozessoren und kann somit hohe Geschwindigkeitszuwächse erreichen, die das asymmetrische Verschlüsseln ermöglichen. Die Vorteile in der asymmetrischen Verschlüsslung bestehen dabei, dass sich der RFID-Chip authentifizieren kann.
Weiterhin kritisch beäugt werden müssen Anwendungen, die sicherheitskritisch sind, beispielsweise im neuen Personalausweis, elektronische Schlüssel oder um hochwertige Markenprodukte von Fälschungen zu sichern, aber auch aufgezeichnete Sensorinformationen zu schützen.
Es bleibt weiterhin die Aussicht, dass RFID stark zur Wertschöpfung insbesondere im Handel beiträgt. Im Supply-Change-Management (SCM) wird es oft schon eingesetzt, häufig aber auf Paletten oder Containern, nicht auf einzelnen Verpackungen, da die RFID-Tags noch zu teuer sind.
Bis Kunden im Supermarkt die Waren im Einkaufswagen liegen lassen können und diese trotzdem erfasst werden, werden dennoch ein paar Jahre verstreichen.

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