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„Nix als Frühling im Kopf? – RWE SmartHome steuert Ihr Zuhause fast allein.“

Solche oder ähnliche Werbesprüche werden von den Unternehmen, die sich auf die Vernetzung des eigenen Refugiums spezialisiert haben, herangezogen, um für Ihre Produkte zu werben. RWE ist hierbei neben der Deutschen Telekom und einem kleinen Unternehmen namens Tado eines der führenden Unternehmen dieser Branche.

Aufsehen erweckte hierbei kürzlich insbesondere der Kauf der Firma NEST Labs Inc. durch Google Anfang dieses Jahres, wobei sich Google die Beteiligung an dem aufstrebenden Sektor gerne 3 Milliarden Dollar kosten ließ. Nest ist hierbei ein Hersteller vernetzter Thermostate sowie Rauchmelder. Fraglich ist dabei insbesondere, welche Intentionen Google mit diesem Kauf verfolgt: Möglich erscheint auch speziell die Überwachung intimer Lebensbereiche durch den Megakonzern. Sorge bereitet deshalb die Opportunität, dass alsbald Haushalte, die via Nest-Produkte automatisiert wurden, von Google überwacht werden könnten, indem persönliche Verbraucherdaten an Google weitergeleitet würden.

Abgesehen von den Gefahren, die durch den Kauf durch Google erwachsen könnten, bestehen natürlich generell ebenfalls in dem Falle der Automatisierung eines Hauses durch andere Anbieter erhebliche Gefahren.

Das Smart Home sammelt grundsätzlich Informationen über die Lebensführung der hier lebenden Personen: so werden beispielsweise konkrete Daten bezüglich des Wasser- & Stromverbrauches erhoben, welche automatisch Rückschlüsse auf die An-sowie Abwesenheitszeiten der Bewohner als auch auf den konkreten Tagesablauf dieser erlauben. Damit steigt natürlich das Risiko, dass in dem Falle einer Sicherheitslücke innerhalb des lokalen Heimnetzwerkes oder in dem Rahmen der Kommunikation zwischen Kommunikationseinheit und dem Server, Hacker leichten Zugriff auf die Verbraucherdaten hätten. Das könnte speziell für Einbrecher von Nutzen sein. Aber auch Drittunternehmen, welche derartige Daten von dem Anbieter des SmartHomes beziehen, könnten die so gewonnen Informationen für Verkaufszwecke nutzen. 

Die Entwicklung des Systems des Smart Homes setzt hierbei auch zunehmend die Weiterentwicklung des sogenannten „Internet der Dinge“ voraus. Unter diesem Begriff des „Internets der Dinge“ versteht man dabei die Vernetzung von Gegenständen anstatt von Computern, wie bisher. So werden beispielsweise Kaffeemaschinen und andere Haushaltsgeräte bis hin zu PKWs mit ihrer Umwelt vernetzt. Dieses Internet soll dabei Hand in Hand mit dem Smart Home zusammenarbeiten und somit das Leben der Bewohner angenehmer gestalten: Ein Beispiel hierzu: „Wenn die Sensoren an seinem (des Menschen) Körper signalisieren, dass er sich nicht mehr in einer Tiefschlafphase befindet, wecken ihn Licht und Sphärenklänge sanft auf. Die digitalen Assistenten kochen derweil schon den Kaffee, sehen nach, wie es mit dem Verkehr aussieht, heizen das Auto in der Garage vor (…)“

Es resultieren aus dieser großflächigen Vernetzung des privaten Lebensbereiches vielfältige Probleme: insbesondere die Datensicherheit wird von den meisten Verbrauchern unbeachtet bleiben, denn wer rechnet schon mit einem Angriff eines Hackers auf die Kaffeemaschine? „Eine Kaffeemaschine ist (schließlich) eine Kaffeemaschine (…)“ und kein Smartphone.

Somit bleibt es abschließend fraglich, ob das Haus der Zukunft der Bewohner tatsächlich aller Sorgen entlastet, sodass sie sich ganz und gar auf den „Frühling“ (so.) konzentrieren können – denn es bleibt zumindest die noch dauerhafte Sorge um den Schutz des Persönlichen und Intimen vor ungewollter Offenbarung.

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