For..Net Media Award 2021

Isabelle Ewald gewinnt Voting für den zweiten For..Net Media Award: „Gemeinwohlorientierte Digitalisierung braucht Korrektive“

Während des digitalen Galaabends im Rahmen des 15. Internationalen For..Net Symposiums wurde der 2020 neu geschaffene For..Net Media Award an Isabelle Ewald verliehen. Der Publikumspreis wurde initiiert, um einerseits Persönlichkeiten auszuzeichnen, die sich für die Vermittlung der Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in besonderer Weise – medienorientiert, d.h. mittels Blogs, Podcasts, Twitter- oder Instagram-Accounts oder anderer digitaler Medien – persönlich engagieren, um die Digitalisierung auch jenen nachhaltig und verständlich näher zu bringen, die selbst keine Experten in diesen Bereichen sind, und andererseits die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums als „Hauptjury“ aktiv einzubinden. Erstmals wurde der For..Net Media Award in diesem Jahr von Hubert Burda Media unterstützt.

Dr. Maximilian Preisser, der im Namen der Preispatin zu den Gästen sprach, zeigte sich hocherfreut: Hubert Burda selbst habe sich schon immer auch inhaltlich mit neuen Medienformen auseinandergesetzt und die Entwicklungen – etwa den Durchbruch der sozialen Medien, den er schon in den 1990er-Jahren prophezeit hatte – als kritischer Beobachter zu hinterfragen: Welche Macht konzentriert sich dort? Wie kann Teilhabe im digitalen Raum als Grundbedürfnis der Informationsgesellschaft, das der Staat befriedigen muss, gewährleistet werden? Wo stehen wir bei der Frage nach digitaler Souveränität, nach einer europäischen Infrastruktur, die im Rahmen der Daseinsvorsorge geschaffen werden muss? Dass der For..Net Media Award diese Aspekte in den Vordergrund stelle, passe daher sehr gut: Alle Nominierten vereine, dass sie sich mit genau diesen Themen und besonders mit der sozialen Relevanz digitaler Medien beschäftigen und diese dabei auch selbst einsetzen, um ihr Publikum über Blogs, Podcasts, Tweets und andere Kanäle zu erreichen.

Die diesjährigen Nominierten – Isabelle Ewald, Hannes Jähnert und Henning Tillmann – stellten den Zuschauerinnen und Zuschauern ihre jeweiligen Formate und Ansätze vor. Im Anschluss an die Pitches war das Publikum gefragt – und kürte Isabelle Ewald zur Gewinnerin des For..Net Media Awards 2021.

Hannes Jähnert, Vorstandsreferent der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, schreibt auf seinem Blog zu sozial-digitalen Themen wie Online-Volunteering, Freiwilligenmanagement und verschiedenen Projekten in diesen Bereichen. Digitales Engagement könne dank der gesteigerten Flexibilität einen Beitrag zur Hebung des Engagement-Potenzials bieten. Jeder könne sich orts- und zeitunabhängig für das was einem am Herzen liegt, einsetzen. Das Internet und die sozialen Medien begreift er auch als „Arena“ für eine aktive Gestaltung durch die Zivilgesellschaft und digitale Teilhabe.

Henning Tillmann informiert auf verschiedenen Plattformen – unter anderem auf Twitter und Instagram – über digitale Themen und wirkt als Co-Vorstand der Initiative D64 an einer verständlichen Aufklärung über Digitalisierung und ihre Folgen mit. Sein Fachwissen als Informatiker sehe er als großen Vorteil, gerade, weil vielen Menschen ein tiefergehender Einblick dafür fehle, wie Technologien funktionieren. Am Beispiel der Corona-Warn-App habe sich beispielsweise eine enorme Erwartungshaltung gezeigt, weswegen er sich besonders bei diesem Thema einer zielgruppengerechten Kommunikation des Potentials der Digitalisierung bei der Unterstützung in der Pandemie verschrieben habe.

Isabelle Ewald, Expertin für Künstliche Intelligenz bei Dataport, berichtet unter dem Motto „Digitalisierung braucht Spielregeln“ sie auf ihrem Podcast „MindTheTech – True Crime aus dem Internet“ zusammen mit ihrer Co-Gastgeberin Catrin Schröder-Jaross über die dunklen Seiten der Digitalisierung und neue digitale Kriminalitätsformen, um ihre Zuhörerinnen unaehnertng zu sensibilisieren. In ihrem Pitch bekräftigte sie die Bedeutung eines achtsamen Umgangs mit der Online-Welt und die Rolle, die MindTheTech dabei zukommt.

Für sie bedeute Digitalisierung Licht, Chancen und Freiheit – doch gerade die Freiheit gerate durch Cybercrime immer mehr unter Beschuss. Ein Cybercrime-Podcast biete Chancen fürs Gemeinwohl, „weil es für Gemeinwohl in einer sich immer mehr digitalisierenden Welt Korrektive braucht – developHER [eine Initiative zur digitalen Bildung von Frauen, die Ewald noch während ihrer Zeit bei der Otto Group ins Leben rief] ist so ein Korrektiv, MindTheTech ist so ein Korrektiv“. Die Korrektur erfolge dabei nicht durch Frontalbeschallung, sondern durch ein aktives Einbinden der HörerInnen, z.B. bei den einstündigen virtuellen Sesselreisen ins Darknet: Bei der Rückkehr ins Clearweb wirke das Internet infolge des Kontrasts ein kleines Stückchen heller und glänze ein bisschen mehr. Diese Gegenüberstellung von Licht und Schatten, Tag und Nacht, Ying und Yang stelle den Kern ihrer Motivation und ihres Engagements dar: „Suchen nach Oasen des Lichts, wo es anfängt, grau zu werden“

In seiner Laudatio für die Preisträgerin betonte Prof. Dr. Wilfried Bernhardt, dass sie beim Thema Digitalisierung, an das sich nun wirklich nicht alle heranwagen, „am Hochreck schwinge“. Den Gefahren im Internet begegne sie mit einer Mischung aus Wissenstransfer, Humor, Leidenschaft und nüchterner Information zu neuen Erkenntnissen und wertvollen Tipps. Während der Corona-Pandemie sei die Prävalenz von Malware um 71% gestiegen; viele Kriminelle würden sich den Umstand zunutze machen, dass erheblich größere Bevölkerungskreise als bisher – auch etwa über Videokonferenzen – digital unterwegs sind, jedoch im Umgang mit den Risiken wenig Erfahrung vorweisen können.

„Sie sagen: ‚Die Informationstechnik und die Filter werden smarter, aber nicht der Mensch: Der Mensch neigt zur Leichtsinnigkeit, insbesondere wenn ihm die Gefahren nicht genügend präsent sind‘ – und genau darauf haben Sie mit ihrem Podcast und ihrem Angebot reagiert.“

Der FNMA wolle die Preisträgerin ermutigen, auf ihrem Weg weiter zu gehen und weiterhin Herausforderungen und Chancen verständlich und nachhaltig zu präsentieren; „Verständlich“ bedeute dabei, dass sich die Informationen möglichst nicht nur an eine Generation richten, sondern eine Sprache und Vermittlungsform verwendet werde, die auch jenseits der IT-ExpertInnen ankommt, nicht langweilt, sondern das Auditorium in den Bann zieht und zu einem neuen positiven Verhalten motiviert – insoweit bedeute „positiv“ die Vermeidung der Gefahren. „Sie als unsere Preisträgerin zeigen, wie man mit einem Podcast den Zielen des Awards in hervorragender Weise gerecht werden kann: Es wird dargestellt, wie die Verbrecher arbeiten, was sie antreibt und welche Folgen ihr Handeln nach sich zieht – sowohl für sie selbst als auch für die Opfer.“

Dr. Preisser schloss sich den Worten von Prof. Bernhardt an und appellierte abschließend an die Preisträgerin: „Machen Sie genau so weiter!“.

Die persönliche Übergabe des Preises wird zu gegebener Zeit an einem gesonderten Termin stattfinden, sobald es die Umstände zulassen.