Referenten

Philipp Otto

Foto: Bettina Volke

Philipp Otto ist Gründer und Direktor des Think Tank iRights.Lab und einer der führenden Digitalisierungsexperten in Deutschland. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der strategischen Entwicklung von Strukturen, Konzepten und Modellen zur schnellen und konstruktiven Bewältigung von Herausforderungen, die durch die Digitalisierung und das Internet für die Politik sowie für öffentliche und private Einrichtungen entstehen. Er leitet das „Innovationsbüro Digitales Leben“ des BMFSFJ und ist an einer Vielzahl an Gremien, Hintergrundrunden und Einzelprojekten beteiligt. Zudem war er Visiting Researcher beim Berkman Center for Internet & Society an der Harvard University. Er hat eine Vielzahl an Büchern, Aufsätzen und strategischen Analysen an der Schnittstelle zwischen Recht, Technik, Gesellschaft und Politik im Kontext der Digitalisierung veröffentlicht, unter anderem „Das Netz. Jahresrückblick Digitalisierung und Gesellschaft“ und den Sammelband „3TH1CS – Die Ethik der digitalen Zeit“. Sobald es ernst wird, freut er sich über Nachricht an otto@irights-lab.de oder via Twitter @PhilippOtto. Website: www.irights-lab.de

Vortragstitel: Starker Digitaler Staat – 2030 beginnt heute

Welche neuen Maßnahmen brauchen wir um eine flächendeckende digitale Befähigung der Bevölkerung zu erreichen? Wie stärken wir den Bildungsgrad und die Diskurskompetenz? Mit welchen Hebeln und Anreizsystemen gelingt uns ein digitaler Quantensprung? Der Vortrag zeigt Wege auf, die notwendige radikale Veränderungen beinhalten. Veränderungen gehen mit Verantwortung einher, Verantwortung mit Steuerung, Steuerung mit visionären Ideen im Spiegel der Pfadabhängigkeiten. Innovation ist mehr als die Reklamierung von Zukunft. Es sind harte Schritte, die uns selbst und die ganze Gesellschaft verändern werden. Und sie sind zwingend notwendig. 
 

 

Christin Schäfer

Schon als Kind hatte Christin Schäfer eine ausgeprägte Leidenschaft für Daten. Aus der Leidenschaft den Beruf machend, forschte die Diplomstatistikerin bei Fraunhofer im Themengebiet Maschinelles Lernen. Die erworbenen Fähigkeiten nutzend, wechselte sie 2006 zur Deutsche Bank und übernahm dort im Risikobereich unter anderem die weltweite Verantwortung für die Methodik der Kredit-Scoring Engine. Zwischen 2011 und 2013 erweiterte sie ihre Perspektive und arbeitete im Asset Management auf der Geschäftsseite – erneut verantwortlich für Daten, ihre Nutzung und Interpretation. Mit dem Wechsel zur ERSTE Holding übernahm sie die Bereichsleiterposition Group Risk Operating Officer als rechte Hand des Risikovorstands. Der rote (Daten-)Faden blieb: auch in dieser Rolle war sie verantwortlich für Daten und Digitalisierung, insbesondere die massiven IT Projekte, die den Pfad der Veränderung ausmachen. Getrieben vom Wunsch wieder direkter mit Daten zu arbeiten, gründete sie 2015 acs plus, data with care, eine Boutique für Data Science. 

Christin Schäfer ist Mitglied der Datenethikkommission der Bundesregierung, Beirätin der Forschungsgruppe Big Data Analytics am IW Köln und Aufsichtsrätin der GRIPS Energy.

Vortragstitel: Digitalkompetenz für alle: unfassbar, unmöglich, unverzichtbar

Jeder möchte heute durch Digitalkompetenz prälieren. Aber was bedeutet dies eigentlich? Wer genauer schaut, entdeckt die Vielseitigkeit der Kompetenzen, die unter dem Begriff Digitalkompetenz subsummiert werden. Keine davon einfach greifbar. Schwer zu fassen, zu bewerten, zu fördern, zu sichern. Gegeben die Geschwindigkeit der technologischen Weiterentwicklung stellt sich zudem die Frage, ob der Einzelne überhaupt mithalten kann? Hat sich mein Können von heute vielleicht morgen schon überholt? Statt im Angesicht der Unmöglichkeit jederzeit auf allen Feldern der Digitalkompetenz auf dem neuesten Stand zu sein, den Kopf in den Sand zu stecken, gilt es, die Hörner des Stiers zu finden und ihn entschlossen zu packen.


 

Marina Weisband

Foto: Lars Borges

Marina Weisband wurde 1987 in Kiew in der Ukraine geboren. Ihre Familie zog sechs Jahre später im Zuge der Regelung für Kontingentflüchtlinge nach Deutschland. Weisband machte 2006 ihr Abitur in Wuppertal und studierte seitdem Psychologie in Münster. Sie engagierte sich ehrenamtlich im Wuppertaler Elternverein 3×3 e.V.,  der Migrantenfamilien betreut. Von 2011 bis 2012 war sie politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland, wo sie für die Meinungsbildung innerhalb der Partei und für die Repräsentation nach außen zuständig war. 2012 ließ sie sich nicht erneut zur Wahl aufstellen, um ihr Diplom zu machen. Weisbands politische Schwerpunkte liegen in den Bereichen der Bildung und der Bürgerbeteiligung. In ihrem Buch „Wir nennen es Politik“ (2013 erschienen im Tropen-Verlag) schildert sie für Politik-Neueinsteiger die Möglichkeiten neuer demokratischer Formen durch Nutzung des Internets.
Seit 2014 leitet sie bei politik-digital.de das Projekt „aula“ zur politischen Bildung und praktischen Beteiligung von Schülern und Schülerinnen an den Regeln und Angelegenheiten ihrer Schulen. Sie ist Mitglied der Impulsgruppe Digitalisierung zum Grundsatzprogramm der GRÜNEN.

Vortragstitel: Wie wird aus digitaler Bildung digitale Haltung?

In politischen Debatten gelangt man häufig zu dem Schluss, dass Bildung die Heilung für fast alles ist. Doch das reflektierte Können im Umgang mit digitalen Medien allein reicht nicht aus, um vernetzten Kräften zu begegnen, die die freie Gesellschaft zersetzen wollen. Marina Weisband fasst die vergangenen Vorträge zusammen und blickt in einem Epilog in die Zukunft dessen, wie neben Können und Wissen auch Haltung in einer digitalisierten Gesellschaft erlangt und gestärkt werden kann.