Referenten

Ammar Alkassar

Ammar Alkassar ist seit dem 1. August 2018 der Bevollmächtigte des Saarlandes für Innovation und Strategie. In dieser Funktion verantwortet er neben der Digitalisierung die Innovations-, Technologie- und langfristige Strukturpolitik des Landes. Zuvor war Herr Alkassar seit 2015 CEO und Geschäftsführer der Rohde & Schwarz Cybersecurity GmbH, München, dem größten deutschen Cybersicherheit-Anbieter. Von 2006 bis 2015 war Alkassar Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender der Sirrix AG security technologies, einem weltweit führenden Technologieunternehmen für Cybersicherheit.

Vor der Gründung der Sirrix AG war Alkassar Senior Researcher am Stevens Institute of Technology, NJ und der Helsinki University of Technology sowie zuvor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Ammar Alkassar hat an der Universität des Saarlandes Elektrotechnik und Informatik studiert.

Herr Alkassar ist Board Member der Permanent Stakeholder Group der Europäischen Sicherheitsagentur ENISA und war Direktor des Europäischen Kompetenzzentrums für IT-Sicherheit eurobits sowie langjähriger Vorstand des Bundesverbandes für IT-Sicherheit TeleTrusT.

Vortragstitel: Digitale Bildung als strategische Herausforderung

Die Digitalisierung wird die Welt nachhaltig verändern. Das Internet hat bereits vor zwanzig Jahren das Potenzial aufgezeigt, dass mit Digitalisierung und Vernetzung möglich sein kann. Die Automatisierung und Künstliche Intelligenz in all seinen Facetten werden in Ihrer Querschnittlichkeit alle Lebensbereiche mit einer bisher ungeahnten Wucht verändern: Von Industrie und Produktion über  Automotive und Verkehr, Gesundheit, Verwaltung bis hin zu Innere Sicherheit und Verteidigung …

Es liegt an uns diese Veränderungsprozesse aktiv zu gestalten und zwar so, dass die Vorteile maximiert und die Risiken mitigiert werden.

Und: Digitalisierung ist eine Kulturtechnik. Und sie wird so wie das Lesen, das Schreiben und das Rechnen zu den grundlegenden zivilisatorischen Techniken gehören. Und nichts ist nachhaltiger als die Bildung. Nur mit einer frühen und exzellenten Ausbildung der jungen Generationen. Sie müssen mit einem tiefgehenden Verständnis für die Technologie, für diese Kulturtechnik befähigt, mit Digitalisierung kreativ zu gestalten und Auswirkungen kritisch zu beurteilen. Dies sind auch die Voraussetzungen um dieses Land strategisch, dauerhaft an die Spitze von Fortschritt und Innovation zu setzen und nachhaltig den Lebensstandard der Menschen zu sichern.

 


 

Mario Martini

Mario Martini ist Inhaber des Lehrstuhls für Verwaltungswissenschaft, Staatsrecht, Verwaltungsrecht und Europarecht an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer sowie Stellvertretender Direktor des Deutschen Forschungsinstituts für öffentliche Verwaltung und Mitglied der Datenethikkommission der Bundesregierung. Seit dem Jahr 2016 leitet er den Programmbereich »Digitalisierung« am Deutschen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung. Bis April 2010 hatte er eine Professur für Staats- und Verwaltungsrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität München inne. Rufe an die Universitäten Augsburg, Passau und an die Universität Hannover hat er abgelehnt. Mario Martini hat sich an der Bucerius Law School habilitiert (2006) und wurde an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz promoviert (2000). Seine Forschungsschwerpunkte liegen insbesondere im Internet-, Datenschutz-, Medien- und Telekommunikationsrecht, in der Verbindung von Recht und Ökonomik sowie in den Themenfeldern „Open Government“ sowie „Künstliche Intelligenz“.

Vortragstitel: Ein nationales Bildungsregister – politische Chancen und rechtliche Grenzen

Die Bundesregierung erwägt, – ähnlich wie in Österreich – ein nationales Bildungsregister zu etablieren. Der Vortrag erläutert die kompetenziellen und datenschutzrechtlichen Hürden, denen ein solches Vorhaben sich ausgesetzt sieht. Der Vortrag fasst die Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das der Referent im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung jüngst erstellt hat.


 

Valerie Mocker

Valerie Mocker ist Vorkämpferin für eine Digitalisierung, von der alle profitieren. Sie ist Direktorin bei Nesta, dem Fonds für soziale Innovationen und dazu gefragte Rednerin im In- und Ausland.

Valerie wurde in die „40 unter 40“-Liste deutscher Führungskräfte des Capital Magazins aufgenommen. Bevor Valerie 2013 zu Nesta in London stieß, arbeitete sie im Technologie-, Innovations- und Policy-Bereich in Deutschland, Spanien, Peru und Großbritannien und forschte im Bereich Verhaltensökonomie. Valerie hat zwei Abschlüsse (summa cum laude) von der University of Oxford.

Vortragstitel: Bildung. Haltung. Nachhaltigkeit: Digitalisierung für alle 


 

Ursula Münch

Foto: Akademie für Politische Bildung

Prof. Dr. Ursula Münch ist Professorin für Politikwissenschaft an der Universität der Bundeswehr München (derzeit beurlaubt) und seit November 2011 Direktorin der Akademie für Politische Bildung – einer wissenschaftlichen Einrichtung, die unabhängig und überparteilich die politische Bildung fördert. Sie wurde an der LMU München promoviert und habilitiert. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. Föderalismus- und Parteienforschung sowie Politikfeldanalysen (u.a. Sozial-, Bildungs- und Asylpolitik) und Fragen der gesellschaftlichen Integration und der (gesellschafts-)politischen Auswirkungen der Digitalen Transformation. Sie ist u.a. Mitglied des Wissenschaftsrates, des Hochschulrats der Ludwig-Maximilians-Universität München und des Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale Transformation (bidt).

Vortragstitel: Digitale Bildung als Aufgabe politischer Gestaltung

Bildung in der digitalen vernetzten Welt ist sowohl eine pädagogische als auch eine didaktische Aufgabe, deren Rahmenbedingungen vor allem durch die Kultuspolitik der Länder gestaltet wird. Die föderalen Auseinandersetzungen über die Ausgestaltung des so genannten DigitalPakt Schule sind nur ein Teil dieser politischen Gestaltungsaufgabe. Andere Teile umfassen die inhaltliche Bestimmung von Lehrplänen: Wie sollen in den verschiedenen Schularten die technologische, die anwendungsorientierte und die gesellschaftlich-kulturelle Perspektive der Digitalen Transformation vermittelt werden, und welcher Stellenwert kommt den entsprechenden Kompetenzen in den Lehrplänen und den Stundentafeln zu? Zudem ist politisch zu entscheiden, welche Erfordernisse sich aus der Digitalisierung für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften ergeben.


 

Philipp Otto

Foto: Bettina Volke

Philipp Otto ist Gründer und Direktor des Think Tank iRights.Lab und einer der führenden Digitalisierungsexperten in Deutschland. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der strategischen Entwicklung von Strukturen, Konzepten und Modellen zur schnellen und konstruktiven Bewältigung von Herausforderungen, die durch die Digitalisierung und das Internet für die Politik sowie für öffentliche und private Einrichtungen entstehen. Er leitet das „Innovationsbüro Digitales Leben“ des BMFSFJ und ist an einer Vielzahl an Gremien, Hintergrundrunden und Einzelprojekten beteiligt. Zudem war er Visiting Researcher beim Berkman Center for Internet & Society an der Harvard University. Er hat eine Vielzahl an Büchern, Aufsätzen und strategischen Analysen an der Schnittstelle zwischen Recht, Technik, Gesellschaft und Politik im Kontext der Digitalisierung veröffentlicht, unter anderem „Das Netz. Jahresrückblick Digitalisierung und Gesellschaft“ und den Sammelband „3TH1CS – Die Ethik der digitalen Zeit“. Sobald es ernst wird, freut er sich über Nachricht an otto@irights-lab.de oder via Twitter @PhilippOtto. Website: www.irights-lab.de

Vortragstitel: Starker Digitaler Staat – 2030 beginnt heute

Welche neuen Maßnahmen brauchen wir um eine flächendeckende digitale Befähigung der Bevölkerung zu erreichen? Wie stärken wir den Bildungsgrad und die Diskurskompetenz? Mit welchen Hebeln und Anreizsystemen gelingt uns ein digitaler Quantensprung? Der Vortrag zeigt Wege auf, die notwendige radikale Veränderungen beinhalten. Veränderungen gehen mit Verantwortung einher, Verantwortung mit Steuerung, Steuerung mit visionären Ideen im Spiegel der Pfadabhängigkeiten. Innovation ist mehr als die Reklamierung von Zukunft. Es sind harte Schritte, die uns selbst und die ganze Gesellschaft verändern werden. Und sie sind zwingend notwendig. 

 

Ann Cathrin Riedel

Foto: Hendrik Wieduwilt

Ann Cathrin Riedel ist Vorsitzende von LOAD e.V. – Verein für liberale Netzpolitik. Sie ist Mitglied der Arbeitsgruppe „Ethik in der Digitalisierung“ und der Unterarbeitsgruppe “Algorithmen Monitoring” der Initiative D21. Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf Bürgerrechten, Meinungsfreiheit, Ethik und Diversity in der Digitalisierung. Als Gründerin der Agentur UP DIGITAL MEDIA entwirft sie digitale Kommunikationsstrategie für für diverse politische Akteure. Sie war Dozentin für Social Media Kommunikation mit einem Fokus auf Branding und Community Management an der Hochschule Fresenius in Düsseldorf. Von der Zeitschrift “Politik & Kommunikation” wurde sie in die Liste der 65 “Gesichter der Zukunft” unter 35 aufgenommen.

Vortragstitel: Bildung und Digitalpolitik: Wo bleibt die Zivilgesellschaft?


 

Steve Ritter

Steve Ritter leitet das Referat ‚IT-Sicherheit und Recht‘ im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Er ist seit 2011 im BSI als Jurist tätig und hat dort u.a. Rechtssetzungsvorhaben wie die NIS-Richtlinie und das IT-Sicherheitsgesetz begleitet. Gemeinsam mit einer Kollegin und einem Team der Universität Passau sowie des Helmholtz-Zentrums CISPA (Saarland) sucht er in einem Forschungsprojekt nach regulatorischen Ansätzen zur Erhöhung der IT-Sicherheit.

Vortragstitel: Digitale Bildung zur Gewährleistung von IT-Sicherheit

Die Digitalisierung schafft Gefahren, die wir bisher nicht kannten und die jeden Aspekt unseres Alltages betreffen können. Neben rechtlicher Technik-Regulierung müssen wir auch die digitale Bildung vorantreiben, um diesen Gefahren begegnen zu können.


 

Christin Schäfer

Schon als Kind hatte Christin Schäfer eine ausgeprägte Leidenschaft für Daten. Aus der Leidenschaft den Beruf machend, forschte die Diplomstatistikerin bei Fraunhofer im Themengebiet Maschinelles Lernen. Die erworbenen Fähigkeiten nutzend, wechselte sie 2006 zur Deutsche Bank und übernahm dort im Risikobereich unter anderem die weltweite Verantwortung für die Methodik der Kredit-Scoring Engine. Zwischen 2011 und 2013 erweiterte sie ihre Perspektive und arbeitete im Asset Management auf der Geschäftsseite – erneut verantwortlich für Daten, ihre Nutzung und Interpretation. Mit dem Wechsel zur ERSTE Holding übernahm sie die Bereichsleiterposition Group Risk Operating Officer als rechte Hand des Risikovorstands. Der rote (Daten-)Faden blieb: auch in dieser Rolle war sie verantwortlich für Daten und Digitalisierung, insbesondere die massiven IT Projekte, die den Pfad der Veränderung ausmachen. Getrieben vom Wunsch wieder direkter mit Daten zu arbeiten, gründete sie 2015 acs plus, data with care, eine Boutique für Data Science. 

Christin Schäfer ist Mitglied der Datenethikkommission der Bundesregierung, Beirätin der Forschungsgruppe Big Data Analytics am IW Köln und Aufsichtsrätin der GRIPS Energy.

Vortragstitel: Digitalkompetenz für alle: unfassbar, unmöglich, unverzichtbar

Jeder möchte heute durch Digitalkompetenz prälieren. Aber was bedeutet dies eigentlich? Wer genauer schaut, entdeckt die Vielseitigkeit der Kompetenzen, die unter dem Begriff Digitalkompetenz subsummiert werden. Keine davon einfach greifbar. Schwer zu fassen, zu bewerten, zu fördern, zu sichern. Gegeben die Geschwindigkeit der technologischen Weiterentwicklung stellt sich zudem die Frage, ob der Einzelne überhaupt mithalten kann? Hat sich mein Können von heute vielleicht morgen schon überholt? Statt im Angesicht der Unmöglichkeit jederzeit auf allen Feldern der Digitalkompetenz auf dem neuesten Stand zu sein, den Kopf in den Sand zu stecken, gilt es, die Hörner des Stiers zu finden und ihn entschlossen zu packen.


 

Marina Weisband

Foto: Lars Borges

Marina Weisband wurde 1987 in Kiew in der Ukraine geboren. Ihre Familie zog sechs Jahre später im Zuge der Regelung für Kontingentflüchtlinge nach Deutschland. Weisband machte 2006 ihr Abitur in Wuppertal und studierte seitdem Psychologie in Münster. Sie engagierte sich ehrenamtlich im Wuppertaler Elternverein 3×3 e.V.,  der Migrantenfamilien betreut. Von 2011 bis 2012 war sie politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland, wo sie für die Meinungsbildung innerhalb der Partei und für die Repräsentation nach außen zuständig war. 2012 ließ sie sich nicht erneut zur Wahl aufstellen, um ihr Diplom zu machen. Weisbands politische Schwerpunkte liegen in den Bereichen der Bildung und der Bürgerbeteiligung. In ihrem Buch „Wir nennen es Politik“ (2013 erschienen im Tropen-Verlag) schildert sie für Politik-Neueinsteiger die Möglichkeiten neuer demokratischer Formen durch Nutzung des Internets.
Seit 2014 leitet sie bei politik-digital.de das Projekt „aula“ zur politischen Bildung und praktischen Beteiligung von Schülern und Schülerinnen an den Regeln und Angelegenheiten ihrer Schulen. Sie ist Mitglied der Impulsgruppe Digitalisierung zum Grundsatzprogramm der GRÜNEN.

Vortragstitel: Wie wird aus digitaler Bildung digitale Haltung?

In politischen Debatten gelangt man häufig zu dem Schluss, dass Bildung die Heilung für fast alles ist. Doch das reflektierte Können im Umgang mit digitalen Medien allein reicht nicht aus, um vernetzten Kräften zu begegnen, die die freie Gesellschaft zersetzen wollen. Marina Weisband fasst die vergangenen Vorträge zusammen und blickt in einem Epilog in die Zukunft dessen, wie neben Können und Wissen auch Haltung in einer digitalisierten Gesellschaft erlangt und gestärkt werden kann.