Snapchat – Selbstschutz im Internet #fornet13

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Snapchat ist eine App, die es erlaubt, Bilder und kurze Texte zu verschicken, die jedoch nach ein paar Sekunden automatisch wieder gelöscht werden. Die App erfüllt damit die voranschreitende Entwicklung hin zu Chats statt Telefonie und hinterlässt gleichzeitig genauso viel Privatheit, wie ein Telefongespräch. Die Philosophie dahinter erklärt das Unternehmen auf seiner Homepage so:

We believe in sharing authentic moments with friends. It’s not all about fancy vacations, sushi dinners, or beautiful sunsets. Sometimes it’s an inside joke, a silly face, or greetings from a pet fish.
Sharing those moments should be fun. Communication is more entertaining when it’s with the people who know us best. And we know that no one is better at making us laugh than our friends.
There is value in the ephemeral. Great conversations are magical. That’s because they are shared, enjoyed, but not saved.

Anders als bei bisherigen sozialen Netzwerken entsteht bei Snapchat also eine private Unterhaltung, die privat bleibt. Es geht vor allem um die Kommunikation zwischen Freunden, die einen nur ihnen bekannten Witz miteinander teilen möchten, aber eben nur diesen Moment miteinander teilen möchten und kein ganzes Fotoalbum anlegen wollen. Die App erinnert deshalb eher an herkömmliche Telefonie, über die man jedoch auch Bilder und Texte teilen kann.

Problematisch könnte dies dann werden, wenn jemand innerhalb der Sekunden, in denen das Bild angezeigt wird, einen Screenshot macht und diesen dann verbreitet. Snapshot informiert zwar den Sender, dass der Empfänger gerade einen Screenshot gemacht hat, hindern kann man ihn daran jedoch nicht. So gibt es auf Twitter „SnapchatProbbz“, wo Nutzer ihre Probleme tweeten können. Ein/e Nutzer/in schreib hier: „When you send someone an ugly Snapchat and they screenshot it. I TRUSTED YOU“ oder „That one asshole that screenshots your ugly snapchat selfies <<<“. Außerdem weist Snapchat in seinen AGB daraufhin, dass eventuell nicht alle Inhalte gelöscht werden können und man deshalb dennoch vorsichtig sein sollte mit dem versendeten Inhalt.

Die Gründer von Snapchat Bobby Murphy und Evan Spiegel haben mit dem Dienst einen Konkurrenten zu Facebook erschaffen. Während auf letzterem meist nur bearbeitete und äußerst herausgeputzte Bilder zu sehen sind, kann man bei Snapchat im Moment schwelgen und auch mal ein paar lächerliche Fotos versenden. Für Jugendliche, die weder den Eltern noch späteren Vorgesetzten begegnen wollen, ideal. In den USA ist der Dienst durch Vorwürfe der Förderung von „sexting“ (Sexting ist die private Verbreitung erotischen Bildmaterials des eigenen Körpers über Multimedia Messaging Services (MMS) über Mobiltelefone; von wikipedia.com) in die Kritik geraten, da gerade Jugendliche diesen besonders oft nutzen. Mitgründer Evan Spiegel sagte hierzu gegenüber techcrunch: “The minute you tell someone that images on your server disappear, everyone jumps to sexting.” (abrufbar unter http://techcrunch.com/2012/05/12/snapchat-not-sexting/[i2] ). Außerdem wurden bereits zwei Sicherheitslücken entdeckt, die die Nutzung und Sicherheit des Chats in Frage stellen.

Ob sich das Start-Up aus den USA halten kann, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Facebook hat bereits kalte Füße bekommen und versucht einen eigenen Chatdienst mit selbstzerstörerischen Nachrichten zu entwickeln. Der Klon von Snapchat mit dem Namen „poke“ erwies sich bisherjedoch als  Flop (http://www.businessinsider.com/everyone-is-talking-about-how-facebook-tried–and-failed–to-copy-yet-another-popular-startup-2012-12[i3] ). Die Nutzer scheinen in dieser Hinsicht von der Glaubwürdigkeit der „Datenkrake“ Facebook nichtüberzeugt zu sein.

 

– Mehr zum Thema eGovernment und weitere, spannende IT-Rechtsthemen gibt es bei unserem Symposium “Social Media als Geschäftsmodell” am 18./19. April 2013 in den Passauer Redoutensälen. http://www.for-net.info/symposium-2013/ —

 

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